PFA 5 Sande–Wilhelmshaven

Der rund 6,6 Kilometer lange Planfeststellungsabschnitt (PFA) 5 beginnt nördlich des Bahnhofs Sande, verläuft durch Mariensiel und führt weiter in Richtung Osten bis in den Hauptbahnhof Wilhelmshaven, der als Kopfbahnhof den Endpunkt der Strecke 1522 markiert. Die bestehende zweigleisige Strecke Oldenburg–Wilhelmshaven ist in diesem Streckenabschnitt für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ausgelegt und nicht elektrifiziert.

Im August 2017 wurde der Planfeststellungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes für den Abschnitt Sande–Wilhelmshaven erteilt. Die vorbereitenden Arbeiten zur Einrichtung der Baustellen werden im Frühling 2019 starten. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2021 geplant.

Geplante Maẞnahmen

Zentrale Maßnahme im PFA 5 ist die Elektrifizierung der vorhandenen zweigleisigen Strecke. Dafür werden Oberleitungsmasten mit einem maximalen Abstand von rund 65 Metern errichtet. In Gleisbögen, auf Brückenbauwerken oder bei Weichen werden die Mastabstände an die jeweilige Situation angepasst. In der Regel werden Stahl- oder Betonmasten mit einer Höhe von rund 8,5 Metern über Schienenoberkante verwendet.

Zusätzlich sind Anpassungen an den vorhandenen Eisenbahnüberführungen (EÜ), den Straßenüberführungen (SÜ) und fünf betroffenen Bahnübergängen (BÜ) geplant. Der BÜ Luisenstraße wird erneuert.

Ingenieurbauwerke

Eisenbahnüberführungen (EÜ)

Die Eisenbahnüberführungen werden im Zuge der geplanten Baumaßnahme baulich nicht verändert. Aufgrund der Elektrifizierung der Strecke müssen die jeweils seitlichen Geländer, die der Absturzsicherung dienen, erdungstechnisch an die Schiene angeschlossen werden.

EÜ Ems-Jade-Kanal:
Für die beiden eingleisigen, denkmalgeschützten Klappbrücken EÜ Ems-Jade-Kanal wurde für die Installation der Oberleitung eine Lösung gefunden, die ohne baulichen Eingriff in die bestehenden Bauwerke auskommt.

Die Planung erfolgte in enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde der Stadt Wilhelmshaven und dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Sämtliche Anlagen der Oberleitung werden außerhalb rechts und links neben den Klappbrücken errichtet. Wenn diese geöffnet werden, wird durch eine Steuerung gewährleistet, dass die betroffenen Oberleitungssegmente im Bereich der Brücken stromlos geschaltet und geerdet werden. Anschließend werden die Motoren angesteuert, sodass diese die zwei Oberleitungssegmente im Bereich der beiden Brücken seitlich verschwenken. Nachdem dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann mit dem Heben der Brücke begonnen werden.

Für den Streckenabschnitt Sande–Wilhelmshaven wird ein neues Elektronisches Stellwerk A (ESTW-A) errichtet. Die dafür erforderliche Verkabelung bedingt die Umsetzung eines neuen Dükers, der unter dem Ems-Jade-Kanal verläuft.

Straßenüberführung (SÜ)

Aufgrund der geplanten Streckenelektrifizierung werden die notwendigen Schutzmaßnahmen an den Brückenbauwerken entsprechend den aktuellen DB-Richtlinien und technischen Normen nachgerüstet. An den Bauwerken ist die Herstellung eines Berührungsschutzes geplant. Dies ist erforderlich, damit keine unbeabsichtigte Berührung der Oberleitung von der Brücke aus erfolgen kann. Die Brückenbauwerke werden an die Bahnerdung angeschlossen. Eine Befestigung der Oberleitung an den Bauwerken ist nicht vorgesehen.

SÜ Banter Straße:
Unterhalb der südlichen Bauwerkshälfte muss die an der Unterseite des Überbaus befestigte Rauchschutztafel (Holzkonstruktion) entfernt werden.

Fußgängerüberführung (FÜ)

FÜ Bant:
Das denkmalgeschützte Bauwerk verfügt mit einer lichten Höhe von rund 4,9 Metern über Schienenoberkante nicht über die für die Elektrifizierung erforderliche Höhe. Das Bauwerk wird angehoben, um die geforderte lichte Höhe von 5,7 Metern zu erreichen. In Summe ergibt sich daraus eine Anhebung der Brücke um 1,1 Meter. Ferner muss das Bauwerk mit den Stützen um circa ein bis zwei Meter seitlich versetzt werden. Da die Fußgängerüberführung die Belastungen aus dem neuen Berührungsschutz nicht aufnehmen kann, wird unter dem angehobenen Bauwerk ein separates Bauwerk errichtet.

Bahnübergänge (BÜ)

Übersicht

BÜ Wilhelmshavener Straße (K 312), BÜ Umfangstraße, BÜ Ebkeriege Straße (K313), BÜ Hessenser Weg, BÜ Werftstraße:
Im PFA 5 befinden sich insgesamt sechs Bahnübergänge, die von den geplanten Baumaßnahmen, insbesondere von der Elektrifizierung, betroffen sind. Im Wesentlichen wird lediglich die technische Sicherung der Bahnübergänge an die Technik des Elektronischen Stellwerks (ESTW) angepasst. Die Fernüberwachung der Bahnübergänge wird künftig an das neue ESTW–A Sande übertragen und durch den Fahrdienstleiter in der Betriebszentrale (BZ) Hannover gesteuert. Die Verkabelung im Bereich der Bahnübergänge wird wegen der zukünftigen Elektrifizierung erneuert.

BÜ Umfangstraße, BÜ Ebkeriege Straße (K313):
Bei beiden Bahnübergängen wird zusätzlich zu den oben genannten Anpassungen eine Gefahrenraumfreimeldeanlage (GFRAnlage) nachgerüstet.

BÜ Luisenstraße:
An diesem Bahnübergang wird die Erstellung einer Bahnübergangssteuerungsanlage (BÜSTRA) notwendig. Diese Anlagen werden eingesetzt, wenn sich in unmittelbarer Nähe eines Bahnübergangs Straßenkreuzungen oder Einmündungen mit Ampelsteuerung befinden. Die BÜSTRA koordiniert die Sicherheitstechniken von Straße und Schiene, sodass der Straßenverkehr abfließen kann und Rückstaus im Bereich des Bahnübergangs verhindert werden. Im Bereich des BÜ Luisenstraße muss die Lichtzeichenanlage in Abhängigkeit zur Ampelanlage der Kreuzung Mitscherlichstraße/Bahnhofstraße ausgebildet werden.

Schallschutz

Bei 63 Gebäuden wurde im Rahmen der schalltechnischen Untersuchung eine nur geringe Überschreitung der Immissionsgrenzwerte ermittelt. Lärmschutzwände sind daher nicht erforderlich. Sofern in den Gebäuden schutzwürdige Räume, wie Schlaf- und Kinderzimmer, betroffen sein sollten, werden passive Schallschutzmaßnahmen durchgeführt.

Ausgleichs- und Ersatzmaẞnahmen

Ausgleichsmaßnahmen (ca. 0,2 Hektar)

  • Anbringen von Nistkästen für Vögel
  • trassennahe Pflanzung von Bäumen und Sträuchern

Ersatzmaßnahmen (ca. 3,2 Hektar)

  • Grünlandextensivierung Wayens, Hohenkirchen – Umsetzung: Naturschutzstiftung Region Friesland-Wittmund-Wilhelmshaven
  • Wiederherstellung eines Altarmes am Ellenserdammer Tief – Umsetzung: Deutsche Bahn
  • Kompensationsmaßnahme Minjes-Land (Anlage eines Waldrandes, Anlage eines temporären Stillgewässers, Entwicklung von extensivem Grünland – Umsetzung: Niedersächsische Landesforsten
EU-Förderhinweis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
PFA 1 Oldenburg–Rastede-Neusüdende
PFA 2 Rastede–Hahn
PFA 3 Jaderberg–Varel
PFA 4 Varel–Sande
PFA 5 Sande–Wilhelmshaven
PFA 6 Weißer Floh–Ölweiche
Bahnverlegung (BV) Sande
Ausbaustufe I: Beseitigung von Langsamfahrstellen
Ausbaustufe II: Anbindung des JadeWeserPorts
Ausbaustufe IIIa: Durchgehende Zweigleisigkeit
Ausbaustufe IIIb: Elektrifizierung und Ertüchtigung

Broschüre

Broschüre PFA 5 Sande-Wilhelmshaven