PFA 1 Oldenburg–Rastede-Neusüdende

Der Planfeststellungsabschnitt 1 (PFA 1) der Ausbaustrecke (ABS) Oldenburg–Wilhelmshaven erstreckt sich über eine Länge von etwa 8,9 Kilometern von Oldenburg auf der Höhe des Pferdemarktes bis kurz vor die Bundesautobahn A29 nahe Rastede-Neusüdende. In diesem Abschnitt ist die bestehende zweigleisige Strecke nicht elektrifiziert und für eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ausgelegt.

Der Abschnitt Oldenburg–Rastede befindet sich derzeit in der Planfeststellung.

Geplante Maẞnahmen

Die wesentlichen Maßnahmen im PFA 1 umfassen die Ertüchtigung der vorhandenen zweigleisigen Strecke (Untergrund, Oberbau, Böschungen, Stützwände, Entwässerung usw.), Errichtung von Lärmschutzwänden, den Bau einer neuen Eisenbahnüberführung an der Alexanderstraße sowie die Elektrifizierung der Strecke. Zusätzlich sind Anpassungen an den verbleibenden sechs Bahnübergängen, den vorhandenen Durchlässen sowie in kleinerem Umfang an den vorhandenen Eisenbahnüberführungen geplant.

Ingenieurbauwerke

Neubau Eisenbahnüberführung Alexanderstraße

Der bestehende Bahnübergang (BÜ) Alexanderstraße (Landesstraße L 824) wird durch eine neue Eisenbahnüberführung (EÜ) ersetzt. Mit einer Verkehrsbelastung von rund 21.000 Kraftfahrzeugen und 3.300 Radfahrern pro Tag weist der BÜ Alexanderstraße die höchste Straßenbelastung im Planfeststellungsabschnitt der vorhandenen Bahnübergänge im Stadtgebiet auf. Der BÜ wird aufgehoben und eine höhenfreie Kreuzung geschaffen.

Die Grundsätze der Planung, die alle verkehrlichen Anforderungen erfüllt und eine stadtverträgliche Integration in die vorhandene Bebauung zulässt, wurden mit der Stadt Oldenburg abgestimmt.

Vorhandene Eisenbahnüberführungen (EÜ)

EÜ Ziegelhofstraße, EÜ Elsässer Straße, EÜ Melkbrink:
Die Bauwerke bleiben erhalten und werden lediglich an die neuen Anforderungen angepasst.

EÜ Fußweg Nedderend:
Die Konstruktion der vorhandenen EÜ bleibt erhalten, das Bauwerk muss jedoch verbreitert werden, um das vorgegebene Streckenprofil zu erfüllen. Die vorhandene lichte Höhe von 2,40 Meter wird dabei beibehalten.

Vorhandene Straßenüberführung (SÜ)

SÜ Autobahn A293:
Im Rahmen der Streckenelektrifizierung werden die vorhandenen Schutzmaßnahmen hinsichtlich der Oberleitungsanlagen am Brückenbauwerk an die aktuellen Richtlinien angepasst. Die neuen Lärmschutzwände werden bis an das Brückenbauwerk erbaut. Aufgrund der notwendigen Sicherheitsabstände kann der schmale Fuß- und Radweg unter der Brücke auf der Westseite der Bahn leider nicht mehr aufrechterhalten werden.

Durchlässe für Gewässer

Die Durchlässe, mit denen die Verbandsgewässer die Bahnstrecke queren, werden neu hergestellt, da sie den neuen Streckenanforderungen nicht mehr genügen. Teilweise werden diese aus Naturschutzgründen vergrößert und als Eisenbahnüberführungen ausgeführt.

EÜ Südbäke, EÜ Nordbäke, EÜ Ofenerdieker Bäke, EÜ Graben:
Die vorhandenen Bauwerke werden zurückgebaut und durch neue Rahmenbauwerke ersetzt, die den aktuellen Vorschriften entsprechen.

Der Gewölberohrdurchlass Ofener Bäke wird rund sieben Meter südlich durch einen neuen Stahlrohrdurchlass ersetzt.

Bahnübergänge (BÜ)

Die verbleibenden Bahnübergänge werden an den neuen Ausbauzustand und an die neue Leit- und Sicherungstechnik angepasst. Zudem sind ortsabhängig jeweils weitere Maßnahmen vorgesehen:

Übersicht

BÜ Bürgerbuschweg:
Der Bahnübergang wird bereits im Vorfeld der ABS in einer separaten Maßnahme 2018 erneuert. Der Ausbau des Überganges berücksichtigt die Planungen der Stadt Oldenburg. Ausgebaut wird der BÜ auf eine Straßenbreite von sechs Metern, der Geh- und Radweg wird 2,5 Meter breit angelegt. Die vorhandene Sicherungsanlage wird zurückgebaut und durch eine neue Lichtzeichenanlage mit Halbschranken ersetzt, der Geh- und Radweg wird mit eigenen Schranken und Lichtzeichen ausgerüstet. Zusätzlich wird die im Osten liegende Einmündung des Bahnweges aufgeweitet, um gegenseitige Behinderungen von abbiegenden Fahrzeugen zu vermeiden.

BÜ Am Stadtrand:
Im Nahbereich östlich des BÜ befindet sich die mit einer Lichtsignalanlage ausgerüstete Kreuzung Weißenmoorstraße/Ofenerdieker Straße/Am Stadtrand und westlich die Kreuzung Am Stadtrand/Am Alexanderhaus. Der Verkehr dieser beiden Kreuzungsbereiche hat unmittelbaren Einfluss auf das Verkehrsaufkommen des BÜ. In der Nachmittagsspitzenstunde überqueren diesen rund 700 Fahrzeuge. Die derzeitige von Hand ortsbediente Vollschrankenanlage wird künftig durch eine automatische und zuggesteuerte Lichtzeichenanlage mit Halbschranken und beidseitig abgesetzten Geh- und Radwegen mit Vollschranken ersetzt. Die Sicherungsanlage des BÜ wird mit der Lichtzeichenanlage der Straßenkreuzungen signaltechnisch gekoppelt, sodass bei Ankündigung einer Zugfahrt die Zufahrten in Richtung BÜ per Lichtzeichen gestoppt werden.

Um den Verkehrsfluss bestmöglich zu gewährleisten und zugleich Rückstaus auf den BÜ-Bereich auszuschließen, wird die Verkehrsanlage neu geordnet. Im Wesentlichen werden dazu die Fahrspuren in den betroffenen Straßen für Geradeausfahrer und Abbieger getrennt und teilweise verlängert. Beidseitig werden Fuß- und Radwege abgesetzt.

BÜ Karuschenweg:
Die Geh- und Radwege werden im Bahnübergangsbereich auf 2,5 Meter verbreitert. Die vorhandene Sicherungsanlage wird durch eine neue Sicherungsanlage mit vier Schrankenbäumen mit Lichtzeichen und Gefahrraumüberwachung ersetzt.

BÜ Am Strehl:
Die Straße Am Strehl wird innerhalb der Räumstrecken im Kurvenbereich auf circa 8,2 Meter verbreitert, um den Begegnungsverkehr von zwei Lastzügen zu ermöglichen. Der Gehweg wird an den Fahrbahnrand verlegt und auf 1,8 Meter Breite ausgebaut. Die bestehende Sicherungsanlage wird an den neuesten Standard angepasst und die Lichtzeichen und Schrankenanlagen erneuert.

BÜ Grafestraße:
Die Grafestraße wird innerhalb der Räumstrecken auf sechs Meter aufgeweitet. Die bestehende Sicherungsanlage mit Lichtzeichen und Schrankenanlagen wird komplett erneuert.

BÜ Neusüdender Straße (Kreisstraße K 135):
Der Bahnübergang wird bereits im Vorfeld der ABS in einer separaten Maßnahme 2018 erneuert. Der kombinierte Geh- und Radweg wird im Bahnübergangsbereich auf 2,5 Meter, der Trennstreifen zwischen Fahrbahn und Geh- und Radweg auf 2,6 Meter verbreitert. Die vorhandenen Einmündungen der Wirtschaftswege/Grundstückszufahrten befinden sich innerhalb der 25 Meter-Räumstrecke. Um gegenseitige Behinderungen von abbiegenden Fahrzeugen zu vermeiden, werden die drei Einmündungen verlegt. Die vorhandene Sicherungsanlage wird zurückgebaut und durch eine neue Lichtzeichenanlage mit Halbschranken ersetzt. Der Geh- und Radweg wird mit eigenen Schrankenantrieben und Lichtzeichen ausgerüstet.

Schallschutz

Aktiver Schallschutz

Insgesamt werden im PFA 1 rund 15,8 Kilometer Schallschutzwände mit Höhen von meist vier Metern über Schienenoberkante installiert. Für Wohngebäude in der ersten Reihe zur Bahntrasse werden dadurch zum Teil Lärmminderungen von bis zu 20 dB(A) erreicht. Die geplanten Lärmschutzwände bestehen in der Regel aus Aluminiumelementen, die auf der Gleisseite hochabsorbierend sind, um möglichst wenig Schall zu reflektieren. Auf der bahnabgewandten Seite werden größtenteils Rankhilfen zur Begrünung vorgesehen. Abschnittsweise werden bei ausreichendem Platz Gabionen in gleicher Höhe aufgestellt. Diese mit Steinen gefüllten Drahtkörbe können ebenfalls auf der Anliegerseite begrünt werden.

Im Bereich der vorhandenen Brücken werden die Lärmschutzwände auf vorgesetzte Stahlträger montiert.

Zur Verringerung des Brückendröhnens werden die beiden stählernen Trogbrücken – die Eisenbahnüberführungen Ziegelhofstraße und Elsässer Straße – mit akustisch wirksamen Unterschottermatten ausgestattet. Dadurch wird die Geräuschentwicklung bei der Durchfahrt eines Zuges deutlich reduziert. Bei der EÜ Melkbrink, der Fußgängerüberführung (FÜ) Nedderend sowie bei der geplanten EÜ Alexanderstraße wird der Effekt konstruktionsbedingt nicht auftreten, da es sich um Spannbetonbauwerke handelt.

Passiver Schallschutz

Ergänzend sind an rund 2.000 Gebäuden passive Schallschutzmaßnahmen, wie der Einbau von Schallschutzfenstern, erforderlich. Mit der Umsetzung dieser Maßnahme wurde bereits 2013 begonnen.

Erschütterungsschutz

Bei Vorbeifahrten von Zügen können Schwingungen erzeugt werden, die in den Untergrund übertragen und in unterschiedlichem Maße als Erschütterungen in der unmittelbaren Nachbarschaft spürbar werden können. Im PFA 1 werden daher besohlte Schwellen in allen Gleisabschnitten im Bereich von Gebäuden eingebaut, mit denen die Erschütterungen deutlich vermindert werden.

Darüber hinaus wird auf der gesamten Strecke eine neue Tragschicht als Planumsschutzschicht (PSS) zur erhöhten Belastbarkeit des Untergrundes eingebaut, die ebenfalls zur Verringerung von Erschütterungen beitragen kann.

Ausgleichs- und Ersatzmaẞnahmen

Vermeidungsmaßnahmen in Oldenburg und Rastede

  • Ökologische Gestaltung von Querungsbauwerken der Gewässer Südbäke, Nordbäke und Ofenerdieker Bäke durch vergrößerte lichte Weiten und Höhen und der Anlage von Bermen
  • Durchlass im Bahnkörper für Amphibien und andere Kleintiere zwischen Gutspark Dietrichsfeld und dem Bürgerbusch
  • Öffnungen für Kleintiere in Fundamenten der Schallschutzwände

Gestaltungsmaßnahmen in Oldenburg und Rastede

  • Begrünung von Schallschutzwänden

Ausgleichsmaßnahmen in Oldenburg und Rastede (ca. 10 Hektar)

  • Begrünung von Böschungen und Bahnseitengräben
  • Entwicklung von Laubgebüschen und Hecken
  • trassennahe Pflanzung von Bäumen und Sträuchern
  • Aufweitung von Bahnseitengräben und Anlage eines Kleingewässers für Amphibien
  • Entsiegelung von nicht mehr benötigten Straßen- und Wegeflächen
  • Anbringen von Fledermauskästen und Vogelnistkästen

Ersatzmaßnahmen im Landkreis (LK) Ammerland (ca. 7,1 Hektar)

  • Sanierung von Wallhecken – Umsetzung: LK Ammerland
  • Maßnahmenkomplex Horstbüsche (Waldrandgestaltung, Rückbau von Entwässerungsanlagen) – Umsetzung: Niedersächsische Landesforsten

Ersatzmaßnahmen in Oldenburg (ca. 3 Hektar)

  • Maßnahmenkomplex Krusenbusch (insbesondere Magerrasen, Gehölze) – Umsetzung: Stadt Oldenburg
EU-Förderhinweis
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
PFA 1 Oldenburg–Rastede-Neusüdende
PFA 2 Rastede–Hahn
PFA 3 Jaderberg–Varel
PFA 4 Varel–Sande
PFA 5 Sande–Wilhelmshaven
PFA 6 Weißer Floh–Ölweiche
Bahnverlegung (BV) Sande
Ausbaustufe I: Beseitigung von Langsamfahrstellen
Ausbaustufe II: Anbindung des JadeWeserPorts
Ausbaustufe IIIa: Durchgehende Zweigleisigkeit
Ausbaustufe IIIb: Elektrifizierung und Ertüchtigung

Broschüre

Broschüre Gesamtprojekt